Halle

Halle

Im Frühling des Jahres 1246 tauschte Bischof Engelbert von Osnabrück mit dem Kloster Iburg das am Rande seines Machtbereichs gelegene Gotteshaus “tor Halle” gegen die Kirche in Rheda. In der Urkunde, die diesen Tausch besiegelte, wird Halle in Westfalen zum ersten Mal erwähnt.

Seit dem 14. Jahrhundert gehörte die Stadt und ihre unmittelbare Umgebung zur Grafschaft Ravensberg, und damit zum Königreich Preußen.

Durch Edikt des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I, dem Soldatenkönig, vom 17. April 1719, wurde Halle zur sogenannten Titularstadt erhoben und mit allen Rechten ausgestattet, die in preußischen Städten üblich waren.
Die Erhebung Halles zur Stadt bescherte den Bürgern allerdings keine neuen Möglichkeiten ihr Gemeinwesen politisch eigenständiger zur gestalten. Eher war das Gegenteil der Fall. Mit dem Kommerzienedikt vom 26.4.1719 fiel Halle zudem direkt unter die königliche Finanzverwaltung.

Nach den Napoleonischen Kriegen - in dieser Zeit gehörte Halle von 1807 bis 1813 zur Hälfte zu Frankreich und zur anderen Hälfte zum Königreich Westfalen - war Halle bis 1973 “Hauptstadt” eines eigenen Kreises. Heute gehört die Stadt Halle zum Kreis Gütersloh und umfasst die früher selbständigen Gemeinden Ascheloh, Bokel, Eggeberg, Gartnisch, Halle, Hesseln, Hörste, Kölkebeck und Künsebeck.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein war Halle von Landwirtschaft und Leinenproduktion geprägt. Erst seit dem Bau der Eisenbahnstrecke konnten sich Brennerei, Fleischwarenfabrik, Kalkwerke und flachs- und holzverarbeitende Betriebe wirklich entwickeln

Nach dem Zweiten Weltkrieg vermehrte sich die Bevölkerung rasant durch die Aufnahme von Flüchtlingen, es folgte ein wirtschaftlicher Aufschwung: bestehende Betriebe vergrößerten sich, andere Industrie- und Handwerkssparten siedelten sich an. Leistungsfähige Betriebe der Süßwarenherstellung und Bekleidungsindustrie sowie Hersteller von Kunststoffen, Verpackungsfolien und galvanotechnischen Anlagen wurden hier heimisch.

Die Geschichte von Halle in Westfalen